Erste MoorFutures-Investoren geehrt – Minister Backhaus übergibt Zertifikate

08.02.2012

Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus überreichte heute im Rahmen eines Pressegesprächs in Schwerin die Zertifikate an die ersten MoorFutures-Investoren in Mecklenburg-Vorpommern: die WEMAG und das Hotel Speicher am Ziegelsee.

Umweltminister Till Backhaus überreicht der WEMAG und dem Speicherhotel die MoorFutures-Zertifikate über die CO2-Freistellung

Die WEMAG hat Ende letzten Jahres 1.428, das Speicherhotel hat 100 MoorFutures erworben. Somit haben die WEMAG ca. 50.000 Euro und das Speicherhotel 3.500 Euro in den Klimaschutz investiert.

„Ich freue mich sehr, dass mit der WEMAG und dem Hotel Speicher am Ziegelsee zwei in Schwerin ansässige Unternehmen zu den ersten Investoren gehören. Ich freue mich auch, dass beide Unternehmen weitere Käufe nicht ausschließen“, betont Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus.

„Moderner Klimaschutz heißt, Treibhausgasemissionen vermeiden und vermindern. Emissionen, die sich nicht vermeiden lassen, sollen kompensiert werden. Hier setzen unsere Projekte wie die Waldaktie und die MoorFutures an.“

Die WEMAG, der regionale Energieversorger für Westmecklenburg und die Prignitz, verfolgt seit mehreren Jahren eine konsequente Ökostrategie. Das kommunale Unternehmen bietet nicht nur ökologische Strom- und Erdgasprodukte an, sondern setzt sich aktiv für die Energiewende ein. In den vergangenen zwei Jahren hat der Netzbetreiber der WEMAG, die WEMAG Netz GmbH, mehr als 80. Mio. Euro in Maßnahmen investiert, die dem Ausbau der Kapazitäten für die erneuerbaren Energien dienen. Die WEMAG investiert aktiv in eigene Ökokraftwerke vor Ort und hat mit der Norddeutschen Energiegemeinschaft eG ein Instrument echter Bürgerbeteiligung für den Ausbau erneuerbarer Energien geschaffen. Das regionale Energieunternehmen setzt sich für Umweltprojekte vor Ort ein - neben der Waldaktie jetzt auch die MoorFutures.  „Wir unterstützen dieses Projekt aktiv mit, da es dem regionalen Umweltschutz dient und die Vermeidung von CO2-Emissionen ein wichtiger Faktor unserer Energieversorgung ist“, erklärt Caspar Baumgart, Vorstandsmitglied der WEMAG AG. Der Energieversorger nutzt die MoorFutures für seine innovativen Energieprodukte. Für die CO2-Freistellung des Erdgasproduktes „wemio.Ökoaktivgas“ nutzt die WEMAG auch diese Zertifikate. Auch beim Zukunftsthema ökologische Elektromobilität setzt die WEMAG auf MoorFutures. Den gesamten Strom, der bundesweit durch die Elektrofahrräder „movelo-Pedelecs“ verbraucht wird, stellt die WEMAG mit den MoorFutures CO2-frei.

 „Als komplett klimaneutrales Hotel kompensieren wir jedes Jahr die verbleibenden CO2-Emissionen durch Aufforstungsprojekte. Mit der Wiedervernässung von Mooren haben wir erstmals die Möglichkeit in Mecklenburg-Vorpommern zu kompensieren. Dadurch werden neue touristisch attraktive Naturflächen geschaffen und wir können unsere Arbeit im Bereich Klimaschutz für unsere Gäste noch zugänglicher machen“, begründet Christian Petersen, Geschäftsführer des Hotels Speicher am Ziegelsee sein Engagement.

Als führendes Tourismusland bietet Mecklenburg-Vorpommern bereits seit Jahren seinen Gästen die Waldaktie an. Mittlerweile wurden  etwa 40.000 Waldaktien verkauft. 

Als zweites ökologisches Wertpapier  wurden die  MoorFutures  entwickelt. Trocken gelegte Moore emittieren große Mengen an Treibhausgasen. Der Grund liegt darin, dass der Torf mineralisiert und als Kohlendioxid freigesetzt wird. Werden diese Moore wiedervernässt, so lassen sich die Emissionen deutlich reduzieren, im Idealfall sogar stoppen. Diese Emissionsreduktion, dargestellt in Tonnen Kohlendioxidäquivalent pro Hektar und Jahr, wird unter der Marke MoorFutures angeboten. Die Emissionsverminderungen durch Wiedervernässung können durchaus bis zu 35 Tonnen Kohlendioxidäquivalente pro Jahr und Hektar betragen, der Mittelwert ist bei etwa 20 Tonnen anzusetzen. Für einen PKW mit einer Freisetzung von 120 g CO2/km entspricht dies einer Fahrleistung von immerhin gut 160.000 km.

Bislang wurden knapp 8.000 MoorFutures zum Preis von 35€ verkauft. Zu den Investoren gehören neben den beiden ersten Schweriner Unternehmen weitere Firmen aber auch Privatpersonen. Das Geld wird ausschließlich für die Wiedervernässung des ersten Standortes Polder Kieve verwendet. Der Baubeginn wird im Sommer sein.

Der innovative Ansatz der MoorFutures wurde jetzt auch mit der Auszeichnung  als „Ausgewählter Ort 2012“ im Rahmen der Standortoffensive „Deutschland – Land der Ideen“ honoriert. Aus über 2000 Bewerbungen hat eine Expertenjury die 365 vielversprechendsten Zukunftsideen ausgewählt. Die MoorFutures sind dabei. Sie gehören zudem zu den drei in der Kategorie Umwelt für den Preis des Bundessiegers nominierten. Die Bundessieger werden im Herbst bekannt gegeben.

Weitere Informationen sind im Internet unter
www.moorfutures.de  zu finden.

Ministerium für Landwirtschaft,
Umwelt und Verbraucherschutz
Mecklenburg-Vorpommern
Paulshöher Weg 1
19061 Schwerin
Telefon: 0385 588-6003
Telefax: 0385 588-6022
E-Mail:   m.zinke@lu.mv-regierung.de
Internet: www.mv-regierung.de/lu
 
V. i. S. d. P.: Marion Zinke

Über die WEMAG:

Die Schweriner WEMAG AG ist ein bundesweit aktiver Ökostrom- und Gasversorger. Regionale Verbundenheit, Umweltschutz und Nachhaltigkeit bestimmen das Handeln des kommunalen Unternehmens. Die WEMAG betreibt in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Niedersachsen ein 15.000 km langes Stromnetz, engagiert sich im Umweltschutz und gewinnt einen Teil des Stroms aus regenerativen Quellen. Die Stiftung Warentest bescheinigte der WEMAG 2012 ein "sehr starkes ökologisches Engagement".

Die WEMAG-Unternehmensgruppe ist einer der größten Arbeitgeber Westmecklenburgs: 570 Mitarbeiter - davon 38 Azubis - sorgen für eine sichere Energieversorgung. Unter der Marke "wemio.de" liefert die WEMAG Ökostrom aus erneuerbaren Energiequellen an alle Haushalte und Gewerbekunden. Seit 2011 werden klimafreundliche Gasprodukte angeboten. Hinzu kommen erhebliche Investitionen in Erneuerbare Energien, Energieeffizienzprodukte und die Möglichkeit der Bürgerbeteiligung über die Norddeutsche Energiegemeinschaft eG.

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