Trinkwasserversorgung in Brüel sichergestellt

22.10.2015

Ermittlungen der Staatsanwaltschaft eingestellt // mea arbeitet mit Fraunhofer-Institut an technischem Verfahren zur Beseitigung von Bentazon

Schwerin/Brüel, 22.10.2015: Proben vom September 2015 zeigen für den mit dem Pflanzenschutzmittel Bentazon belasteten Trinkwasserbrunnen Nr. 8 einen Messwert von 0,45 Mikrogramm je Liter. Damit liegt der Wert immer noch über dem für Bentazon zulässigen Höchstwert. „Wir halten uns weiter an die Auflage, das Wasser des betroffenen Brunnens nicht zu verwenden, auch nicht verdünnt. Brunnen 8 ist nach wie vor außer Betrieb“, sagt Torsten Hinrichs, Geschäftsführer der mea Energieagentur Mecklenburg-Vorpommern GmbH (mea).

Bereits im September 2014 war die Belastung des Trinkwasserbrunnens festgestellt worden. Die mea hatte als Betreiber des Wasserwerkes anschließend bei der zuständigen Wasserschutzpolizei Anzeige gegen unbekannt erstattet. Im Mai 2015 unterrichtete die Staatsanwaltschaft Schwerin die mea darüber, dass das Ermittlungsverfahren eingestellt ist. „Leider ist es nicht gelungen, einen Verursacher zu ermitteln. Eigene Ermittlungen anzustellen, fällt nicht in unsere Zuständigkeit. Wir müssen uns daher weiterhin allein der Problematik stellen und Lösungswege entwickeln“, sagt Hinrichs.

Aktuell plant die mea in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS in Dresden eine Versuchsreihe, in der Bentazon auf oxidativem Wege vollständig zerstört werden soll. Die Erprobung des technischen Verfahrens beginnt im November. „Wir sind zuversichtlich, dass binnen zwölf Monaten ein Ergebnis vorliegt, ob diese Methode hier Anwendung finden kann“, so Hinrichs. Alternativ prüft die mea die Möglichkeit, einen neuen Brunnen zu bauen. Diese Lösung wäre jedoch deutlich kostenaufwendiger. „Allein die Kosten für die nötigen Erkundungsbohrungen liegen bei 30.000 Euro, der Bau des Brunnen selbst mit einer Endteufe von ca. 150 Metern würde Kosten von insgesamt 150.000 Euro bedeuten“, erklärt der mea-Fachmann. Und das bei ungewissem Ergebnis. „Seit Bekanntwerden der Verunreinigung durch Bentazon haben wir Mehrkosten von etwa 400 Euro im Monat übernommen. Diese werden nicht als Umlage an die betroffenen Bürger weitergeben. Das entspricht unserem Selbstverständnis, hier als Lösungsgeber voranzugehen“, so Hinrichs. Ziel der mea ist es auch weiterhin, die Belastungen der Bürger so gering wie möglich zu halten. Zunächst soll mit dem Wasser vor Ort weitergearbeitet werden und ein technisches Verfahren für die Zerstörung von Bentazon entwickelt werden.

Aufgabe der mea ist es, für die sichere Trinkwasserbereitstellung zu sorgen. Dieser Verpflichtung kommt sie weiter nach: Die Versorgung der Stadt Brüel und ihrer Anrainergemeinden ist über zwei weitere Brunnen sichergestellt, die reines Wasser liefern. „Sie stehen unter strenger Beobachtung, die Messwerte liegen unterhalb des Grenzwertes. Das Rohwasser aus diesen beiden Brunnen entspricht den Anforderungen der Trinkwasserverordnung. Es kann daher ohne Sorge verwendet werden“, führt Hinrichs weiter aus.

Über die mea Energieagentur Mecklenburg-Vorpommern GmbH

Die mea Energieagentur Mecklenburg-Vorpommern GmbH ist eine 100-prozentige Tochter der Schweriner WEMAG. Sie nimmt Aufgaben der Wasserversorgung in Brüel wahr. Daneben bietet die mea Leistungen zur Planung und Betriebsführung im Bereich der Energieversorgung an. Sie besitzt und betreibt Anlagen zur Wärmeerzeugung und zur regenerativen Stromerzeugung in Mecklenburg-Vorpommern.

Die mea ist beteiligt an der Erdwärme Neustadt-Glewe GmbH, der Brüeler Abwasserentsorgungsgesellschaft mbH und der Bützower Wärme GmbH, der SEG Solarprojekt-Entwicklungsgesellschaft mbH und der Thüga Erneuerbare Energien GmbH Co. KG.

Über die WEMAG


Die Schweriner WEMAG AG ist ein bundesweit aktiver Öko-Energieversorger mit regionalen Wurzeln und Stromnetzbetrieb in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Gemeinsam mit der WEMAG Netz GmbH ist sie verantwortlich für ca. 15.000 Kilometer Stromleitungen, vom Hausanschluss bis zur Überlandleitung. Das Energieunternehmen liefert Strom, Gas und Netzdienstleistungen an Privat- und Gewerbekunden.

Regionale Verbundenheit, Umweltschutz und Nachhaltigkeit bestimmen das Handeln der WEMAG AG. Unter der Marke wemio liefert das Unternehmen Ökostrom aus erneuerbaren Energiequellen an Haushalte sowie an Sondervertragskunden aus Gewerbe und Landwirtschaft. Seit 2011 werden auch klimafreundliche Gasprodukte angeboten. Die WEMAG AG leistet erhebliche Investitionen in erneuerbare Energien, berät zu Fragen der Energieeffizienz und bietet die Möglichkeit der Bürgerbeteiligung über die Norddeutsche Energiegemeinschaft eG. Die WEMAG AG befindet sich seit Januar 2010 im Mehrheitsbesitz der Kommunen ihres Versorgungsgebietes.

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